2.2 Datenmakler und die Schattenwirtschaft

Modul 2: Wie Daten fließen — Das Ökosystem

Erklärt die Datenmakler-Branche: Woher die Daten stammen, wer sie kauft und was ein typisches Broker-Profil über Sie verrät.

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Datenmakler und die Schattenwirtschaft

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Die meisten Menschen wissen nicht, dass es Unternehmen gibt, deren gesamtes Geschäftsmodell darin besteht, Informationen über sie zu sammeln, zu bündeln und weiterzuverkaufen — ohne dass sie jemals direkt mit diesen Unternehmen in Kontakt getreten sind. Willkommen in der Welt der Datenmakler.

Was ist ein Datenmakler?

Datemmakler (englisch: Data Brokers) sind Unternehmen, die personenbezogene Daten aus einer Vielzahl von Quellen sammeln, zu detaillierten Profilen aggregieren und an Dritte verkaufen. Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat die Branche 2014 umfassend untersucht und festgestellt, dass Makler Milliarden von Datenpunkten über Hunderte Millionen von Menschen halten — oft ohne deren Wissen oder Zustimmung (FTC Data Broker Report, 2014).

Zu den bekanntesten Anbietern zählen Acxiom, Experian (bekannt als Kreditauskunftei, aber auch als Datenmakler tätig) und LexisNexis. Acxiom gibt an, Daten zu mehr als 700 Millionen Menschen weltweit zu verwalten.

Woher stammen die Daten?

Datemmakler beziehen ihre Informationen aus einer breiten Palette von Quellen:

  • Öffentliche Register: Grundbucheinträge, Gerichtsakten, Wahllisten, Handelsregister
  • Bonuskarten und Kundenprogramme: Kaufhistorien aus Supermärkten, Apotheken oder Onlineshops
  • App-SDKs: Viele kostenlose Smartphone-Apps enthalten eingebettete Software-Kits von Datenmaklern, die Standortdaten, App-Nutzungsmuster und Gerätedaten sammeln
  • Gekaufte Profile: Makler kaufen und verkaufen Datenpakete untereinander — Daten „reisen
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