5.3 Ihre Rechte nach der DSGVO

Modul 5: DSGVO — Europas Standard

Überblick über alle Kernrechte betroffener Personen — von Auskunft bis zum Recht auf keine automatisierten Entscheidungen — mit praktischen Hinweisen zur Ausübung.

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Ihre Rechte nach der DSGVO

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Die DSGVO gibt Ihnen als betroffene Person ein umfangreiches Rechtepaket in die Hand. Diese Rechte sind keine Theorie: Sie können sie jederzeit gegenüber Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen geltend machen, die Ihre Daten verarbeiten.

Das Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO)

Sie haben das Recht zu erfahren, ob und welche personenbezogenen Daten eine Organisation über Sie gespeichert hat, zu welchem Zweck, an wen sie weitergegeben wurden und wie lange sie gespeichert werden sollen. Das ist die Basis aller anderen Rechte — ohne Auskunft wissen Sie nicht, was zu berichtigen, zu löschen oder zu übertragen wäre.

Praktischer Hinweis: Stellen Sie Ihre Anfrage schriftlich per E-Mail. Nennen Sie Art. 15 DSGVO und fordern Sie eine vollständige Kopie Ihrer Daten. Der Verantwortliche hat einen Monat Zeit zu antworten (verlängerbar auf drei Monate bei komplexen Anfragen, mit Begründung). Lehnt die Organisation die Anfrage ab, muss sie das begründen. In diesem Fall können Sie Beschwerde bei einer Datenschutzbehörde einlegen.

Das Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO)

Sind Ihre Daten unrichtig oder unvollständig, können Sie deren unverzügliche Korrektur verlangen.

Das Recht auf Löschung / „Vergessenwerden" (Art. 17 DSGVO)

Unter bestimmten Voraussetzungen — z. B. wenn der Zweck der Verarbeitung entfallen ist oder Sie Ihre Einwilligung widerrufen haben — können Sie die Löschung Ihrer Daten verlangen. Dieses Recht ist nicht absolut: Es gilt nicht, wenn eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht.

Das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO)

Sie können verlangen, dass Ihre Daten zwar gespeichert bleiben, aber vorübergehend nicht weiterverarbeitet werden — z. B. während Sie die Richtigkeit bestreiten oder einem Löschantrag widersprechen.

Das Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO)

Sie haben das Recht, Ihre Daten in einem maschinenlesbaren Format (z. B. JSON, CSV) zu erhalten und an einen anderen Anbieter zu übertragen. Dieses Recht gilt insbesondere bei Verarbeitung aufgrund von Einwilligung oder Vertrag.

Das Widerspruchsrecht (Art. 21 DSGVO)

Sie können der Verarbeitung Ihrer Daten widersprechen, wenn diese auf berechtigte Interessen oder öffentliche Aufgaben gestützt wird. Das Unternehmen muss die Verarbeitung dann einstellen, es sei denn, es kann zwingende legitime Gründe nachweisen. Bei Direktwerbung ist der Widerspruch stets erfolgreich — ohne Ausnahme.

Recht auf keine automatisierten Entscheidungen (Art. 22 DSGVO)

Sie haben das Recht, nicht ausschließlich einer automatisierten Entscheidung — einschließlich Profiling — unterworfen zu werden, die erhebliche Auswirkungen auf Sie hat (z. B. Kreditvergabe, Personalentscheidungen). Sie können menschliche Überprüfung verlangen.

Modul 9 — Praxisanleitung

Wie Sie konkret Anträge stellen, Fristen überwachen und Beschwerde einlegen, erfahren Sie ausführlich in Modul 9 dieser Kursreihe. Die hier dargestellten Rechte sind Ihr gesetzliches Rüstzeug — Modul 9 zeigt, wie Sie es einsetzen.

Ihr Fazit

Die DSGVO ist kein abstraktes Regelwerk — sie gibt Ihnen konkrete Hebel, um die Kontrolle über Ihre Daten zurückzugewinnen. Kennen Sie Ihre Rechte, können Sie sie nutzen.

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