Meinung andern, ohne das Gesicht zu verlieren

Urteilsfähigkeit im Alltag

Der soziale Preis einer Meinungsanderung ist real - aber ebenso der epistemische Preis, sie nicht zu andern, wenn die Belege es rechtfertigen.

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Warum wir Meinungen verteidigen

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Leon Festinger nannte es kognitive Dissonanz: das psychische Unbehagen, das entsteht, wenn zwei unvereinbare Uberzeugungen oder eine Uberzeugung und eine Handlung nebeneinander existieren (Festinger, 1957). Das Gehirn sucht Wege, diese Spannung zu reduzieren - meist nicht durch Anderung der Uberzeugung, sondern durch Uminterpretation der widersprechenden Information.

Dazu kommt das soziale Risiko. In Gruppen sind Uberzeugungen oft Identitatsmarker. Eine politische Meinung zu andern bedeutet unter Umstanden, sich von der Gemeinschaft zu distanzieren, die diese Meinung teilt. Dieses soziale Risiko ist real und erklart, warum Uberzeugungsrevision selbst bei klaren Belegen schwierig ist.

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