Andere schützen: Angehörige, Freund*innen, Ältere
Modul 7 — Andere schützen: Angehörige, Freund*innen, Ältere
Wie du in deinem Umfeld hilfst, ohne zu bevormunden. Enkeltrick, Schockanrufe, Microsoft-Support-Betrug. Eltern und Ältere begleiten statt belehren. Freund*innen nach einem Hack auffangen. Gespräche, die wirklich ankommen.
Learning Material
9 pagesHook — Oma am Telefon
Oma am Telefon
Samstagnachmittag, 15:12. Dein Handy klingelt. Oma.
"Kind, ich weiß nicht mehr weiter. Da hat gerade jemand angerufen, ein Polizist aus München. Er hat gesagt, dein Cousin hätte jemanden totgefahren. Jetzt braucht er Kaution. 9.000 Euro. Sofort. Sonst kommt er heute Nacht nicht raus."
Du merkst: Ihr zittert die Stimme.
"Der Mann am Telefon war so nett. Er hat mir gesagt, ich soll mit keinem sprechen — auch nicht mit dem Cousin selber. Wegen der Ermittlung. Ich soll jetzt zur Sparkasse, Geld abheben, und dann kommt einer von der Polizei und holt es ab. Ich wollte nur noch schnell dich fragen, ob das normal ist?"
Atme einmal durch. Oma ruft dich an, bevor sie überweist. Das ist bereits ein kleines Wunder. Die meisten Opfer rufen niemanden an — der Anrufer hat ja gerade gesagt, sie sollen es nicht tun.
Was du in den nächsten fünf Minuten sagst, entscheidet über 9.000 Euro. Und über ihr Vertrauen darin, dir beim nächsten Mal wieder anzurufen.
Dieses Modul handelt davon, wie du die Menschen um dich herum schützt — Oma, Mama, deine beste Freundin nach dem Instagram-Hack, deinen Kollegen, der plötzlich eine Rechnung von Microsoft hat. Ohne dabei herablassend zu werden. Ohne dass sie sich dumm fühlen. Und ohne dass du selbst zum nervigen IT-Onkel wirst.