Psychische Erste Hilfe

Modul 8 — Psychische Erste Hilfe

Panikattacke, akute Belastungsreaktion, Depression, Suizidgedanken — Seelische Notfälle brauchen andere Werkzeuge als Pflaster. Wie du als Angehörige:r in den ersten Minuten und Tagen wirklich hilfst.

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Hook — Die Tür, die sich nicht öffnet

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Die Tür, die sich nicht öffnet

Dein 16-jähriger Sohn ist vor zwei Stunden aus der Schule gekommen und seitdem in seinem Zimmer. Keine Musik, kein Handy-Leuchten unter der Tür. Du klopfst.

"Lass mich."

Du gehst zurück in die Küche. Irgendwas stimmt nicht. Seit Wochen stimmt irgendwas nicht. Er isst weniger, sagt weniger, lacht anders. Heute Morgen hat er auf dem Handy-Lockscreen etwas gelesen und wurde ganz still.

Zwei Stunden später, beim Abendessen, das leer bleibt, sitzt du an der Tür und überlegst: Sage ich etwas? Und wenn ja — was? "Kopf hoch"? "Wird schon"? "Geht allen mal so"?

Keine dieser drei Antworten hilft.

Psychische Erste Hilfe ist kein Notarztdienst mit EKG und Adrenalin-Pen. Sie ist Dasein. Zuhören. Keine Angst davor haben, es auszusprechen. Sie ist die Erste Hilfe, die dein Mitmensch am öftesten braucht — und die am seltensten gelehrt wird.

In diesem Modul geht's um Panikattacken, akute Belastungsreaktionen, Anzeichen von Depression und das, wovor die meisten Familien Angst haben: Suizidgedanken. Du lernst die 5-4-3-2-1-Technik, den Unterschied zwischen helfen und belehren, und welche Nummern du kennen musst.

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